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Toxischer Liebeskummer - Die Suchtbeziehung

Warum Liebe, die wehtut keine wahre Liebe ist

Die Idealbeziehung.  Diese Art der Beziehung ist durch Stabilität und Sicherheit gekennzeichnet, wobei diese einem statischen Zustand gleichzusetzen sind. Wenn einer der Beteiligten beginnt, sich persönlich weiterzuentwickeln oder sich zu verändern, wird dies als Bedrohung für die Beziehung empfunden. Soll eine Beziehung Sicherheit vermitteln, muss sie statisch bleiben. Jede nach außen orientierte Entwicklung bedeutet Gefahr. In ihrem Wesen sind diese "idealen" Beziehungen äußerst schwach und brüchig. Sie verkraften weder viel Stress noch Veränderungen und existieren auf der Basis eines unausgesprochenen Vertrages: Man darf nicht lebendig sein.


Die Stabilität. Ihre Stabilität erhält eine solche Beziehung durch die Tatsache, dass keiner der beiden weiß, wie er ohne den anderen überleben kann. Dies könnte man auch als gegenseitige Abhängigkeit bezeichnen. Tatsächlich verlieren die Partner sich selbst in solchen Beziehungen, nur um "die Beziehung" nicht zu gefährden. 


Stagnation und mangelnde Vitalität. Was sich als Sicherheit zur Schau stellt, ist in Wirklichkeit Stagnation und mangelnde Vitalität. Der Preis für die Sicherheit ist hoch - damit beide in der Beziehung verbleiben können, dürfen sie beide nur "Halb-Menschen" sein. Sie haben einen Vertrag geschlossen, der besagt, dass beide "Leblos" sein müssen oder das sie nur in der Beziehung "Lebendig" sein dürfen.


Abstumpfung und Unehrlichkeit. Damit die Beziehung weiterhin funktionieren kann, müssen die Beteiligten in zunehmenden Maße abgestumpft und unehrlich werden. Sie dürfen sich nicht aufrichtig eingestehen, wer sie wirklich sind, wer die andere Person ist, was ihnen gefällt, was ihnen nicht gefällt, was eigentlich abläuft und was nicht abläuft und so weiter. Beide Partner sind von dem ständigen Bemühen getrieben so zu werden, wie sie glauben, dass der andere sie haben möchte. 


Kontrolle.  Mit der Zeit entwickelt sich ein immer stärkeres Kontrollbedürfnis. Sich selbst und dem Partner gegenüber. Unterschwellig hassen sie sich gegenseitig aufgrund ihrer gegenseitigen Abhängigkeit und doch brauchen sie sich weiterhin. Die Kontrolle wird zum zentralen Lebensinhalt. Irgendwann ist die Beziehung gekennzeichnet durch einerseits Kontrolle und Verstrickungen und andererseits durch die Ständige Angst vor dem Verlassen werden. 


Einkerkerung. In solch einer Beziehung bedeutet Verbindlichkeit irgendwann nichts anderes mehr als Einkerkerung. Keiner der Beteiligten bleibt in der Beziehung, weil er das gerne möchte. Man bleibt, weil man denkt ohne den anderen nicht leben zu können.


Illusion und Phantasie. In diesen Beziehungen herrscht permanent Verwirrung. Beide Partner fühlen sich ständig verwirrt, unklar und daneben. Keiner wagt es, Zeit für sich zu beanspruchen, denn dies auszusprechen wäre furchtbar und würde vom Partner als Angriff empfunden. Nimmt dieses "Aneinanderkleben" schließlich zu bedrückende Formen an, müssen die Partner einen Streit vom Zaun brechen, damit sie Zeit und Raum für sich gewinnen. Eine Variante dieses Themas ist die dauernde Beschäftigung mit den Fehlern einer Beziehung - auf diese Weise bleibt nämlich keine Zeit, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. 


Selbstbezogenheit. Da persönliche Bedürfnisse in der Beziehung nicht ausreichend befriedigt werden können, entsteht das bohrende Gefühl, es gebe nicht "genug". Als Reaktion auf dieses Mangelverhalten werden beide zunehmend fordernder und zeigen gleichzeitig immer weniger Bereitschaft, dem anderen etwas zu geben. 


Identität. Beide Partner in einer solchen Beziehung sind auch der Suche nach etwas, was ihnen die Beziehung niemals geben kann - ihrer eigenen Identität. Diese Art der "Suchtbeziehung" soll beide Partner "heil" machen und für sie sorgen. Selbstverständlich vermag keine Beziehung dies zu leisten : Sie kann keinem eine Identität verleihen, und sie kann genauso wenig Sorge für jemanden tragen. Diese Prozesse müssen von innen kommen, sie können nicht von außen erfolgen.


Ausstieg. Wer aus einer solchen Beziehung aussteigen will, wird etwas sehr Beängstigendes spüren : eine Leere oder ein Loch im Solarplexus. Das Gefühl des Nichts oder der unendlichen Leere kann sich dermaßen steigern, dass die betreffende Person glaubt, sie könne es nicht aushalten und könne genausogut sterben. Die wahrnehmbaren Schmerzen nach dem Verlassen einer solchen Beziehung gleichen den Entzugssymptomen eines Abhängigen. Nichts macht mehr Sinn und körperliche Schmerzen gehen mit seelischen Schmerzen einher. 


Deine Chance. Das Ende diese Beziehung kann der Anfang einer neuen Beziehung sein : Nämlich zu dir Selbst ! Eine wesentliche Grundvoraussetzung für Nähe und Intimität lautet : WIR MÜSSEN UNS SELBST NAHE SEIN ! Wollen wir einem anderen Menschen nahe sein, müssen wir zunächst einmal wissen, wer wir sind, was wir fühlen, was wir denken, wo unsere Stärken liegen, was uns wichtig ist und was wir wollen. Denn wenn wir all das für uns selbst nicht wissen, wie sollen wir dann einen anderen Menschen daran teilhaben lassen ? 


Wahrnehmung. Nähe und Vertrautheit benötigt eine essentielle Fähigkeit : die der Wahrnehmung. Wer sich selbst nicht kennt, nicht wahrnimmt, wird auch keine Nähe und Verbundenheit zu einem anderen herstellen können. Wir müssen wissen, wann man sich Verletzt fühlt, wann Ärger, Angst, Einsamkeit, Bedürftigkeit, Glück oder Wohlbefinden.


Nähe ist ein Prozess. Nähe und Verbundenheit herzustellen ist immer ein Prozess, kein Ergebnis. Ich ermutige Sie hier, den Kontakt zu ihren Gefühlen herzustellen und ihnen Ausdruck zu verleihen. Erst wenn wir in der Lage sind gut für uns selbst zu sorgen und mit uns selbst konstant in Kontakt zu bleiben, haben wir die Möglichkeit auch in Kontakt mit einem anderen Nähe und Verbundenheit herzustellen. 



Inhalte einer systemischen Beratung oder Therapie mit dem Schwerpunkt der Suchtbeziehungen


- Erlernte Beziehungsmuster erkennen 

- Erkennen und Stärken von Ressourcen 

- Meditation als Weg zu sich Selbst 

- Selbstliebe und Annahme 

- Glaubenssätze und Glaubensmuster durchbrechen

- Zukunftsvisionen generieren 

- Notfallhilfe und Krisenintervention möglich