Systemische Therapie - Was ist das ?

Die Wurzeln

Die Wurzeln findet die systemische Therapie bereits in der frühen Geschichte der Psychotherapie. 

Bis in die 50iger Jahren lag der Schwerpunkt der Psychotherapie noch auf Einzelpersonen und Gruppen, bis sich jedoch verstärkt der Blick des Interesses auch auf die Familie  richtete. Der Blick richtete sich zur Familie hin, als man herausfand, dass die rein analytische Kindertherapie mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, da dies immer ein Spannungsfeld zwischen den Kindern und ihren Therapeuten auf der einen Seite sowie den Eltern auf der anderen Seite erzeugte.


Daraus entstanden verschiedene weitgehend unabhängig voneinander forschende Gruppierungen. Unter anderem die "Palo Alto" Gruppe in den USA, das "Mailänder Team" und die "Heidelberger". Sie und viele andere therapeutische Teams entwickelten in jahrzehntelanger Forschung ihre spezifischen Techniken. Heute kennt man diese Techniken als Familienaufstellungen, Systemaufstellungen, Strukturaufstellungen allgemein, Skulpturen, Familienbrett und so weiter.


Die Sichtweise

Die systemische Sichtweise erweitert ihre Aufmerksamkeit auf das gesamte Herkunftssystem des Patienten oder der Patientin. Das Herkunftssystem umfasst den aktuellen Lebenskontext und den Lebenskontext anderer Generationen um zu verstehen, wie psychisches Leiden entstanden ist. Es geht dabei um die Wechselwirkungen in der "Familie" und der ganz persönlichen Lebensstrategien und Lebensmodelle der Klienten und Klientinnen.


Dabei beschäftigt sie die systemische Therapie nicht nur mit Familien, sondern beschäftigt sich auch mit sozialen und gesellschaftlichen Themen, mit anderen Strukturen, wie etwa denen von Organisationen, Gruppen, Teams, ganzen Konzernen oder anderen Beziehungssystemen.

Der Fokus

Der Fokus der systemischen Therapie liegt besonders in kurzzeitorientierten systemtherapeutischen Ansätzen. Dies ermöglicht es Klienten und Klientinnen, oft schon nach wenigen Sitzungen Verbesserung Ihres Leidens zu erfahren. 


Dabei begibt sich der Klient oder die Klientin gemeinsam mit dem Therapeuten oder der Therapeutin auf die Suche nach alternativen Methoden, neuen Wegen und Perspektiven, die dabei helfen, mit der Umgebung ein Gleichgewicht zu erreichen und neue Wirklichkeiten zu entwickeln und zu entdecken. Dies führt dazu, dass Unterschiede erlebt werden, darauf aufbauend werden neue Verhaltensmuster erlernt und neue Erfahrungen gemacht. 


Dies ist allerdings weniger mysteriös oder magisch, als es klingt - denn durch die sprachliche Vernetzung der Probleme und Symptome mit dem Kontext und den Rahmenbedingungen, in denen diese auftreten, kann die Funktion und die Bedeutung dieser Probleme für das umgebende Beziehungssystem und in ihm herrschende Beziehungsmuster überprüft und offen sichtbar werden. Dies führt einfacher zu einer Lösung und Veränderung der problematischen Sichtweise.


Der Ablauf

Systemische Therapie ist eine vorwiegend gesprächsorientierte Methode.  Der Therapeut steht dabei mit seinen Erfahrungen über typische Kommunikationsmuster oder persönliche Sichtweisen aber auch mit seiner Kreativität als "impulsgebender Fragensteller" und Wegbegleiter an der Seite des Klienten oder der Klientin.


Dabei wird der Klient aktiv in den therapeutischen Prozess einbezogen und es ist immer wieder wunderbar mitzuerleben, wie im Zuge einer Therapie zunächst bisher versteckte Ressourcen und Fähigkeiten der Klienten aktiviert und belebt werden. Der Fokus wird im therapeutischen Prozess ganz klar auf Lösungen gerichtet und es werden gedankliche Umstellungsprozesse angestoßen. Dabei steht nicht mehr die Frage "was funktioniert nicht und warum nicht?" im Vordergrund, sondern "was gelingt mir bereits manchmal, und wie kann das noch besser werden?".


Auch mit der systemischen Therapie lassen sich nicht alle Fragen und Probleme des Lebens lösen und es ist manchmal unvermeidlich, in schmerzhafte Abschnitte der Vergangenheit zu schauen oder sich mit den Grenzen der eigenen Persönlichkeit und den eigenen Möglichkeiten zu konfrontieren. 

Die Dauer

Die Dauer der systemischen Therapie schwankt je nach Problemstellung und je nach Individuum stark. Manchmal genügt bereits eine Stunde um eine Neuorientierung zu ermöglichen, bei bereits langjährigen, also gewissermaßen chronischen psychischen Beschwerden kann für eine dauerhafte Verbesserung der Symptomatik aber auch eine systemische Therapie über mehrere Jahre erforderlich sein. Im Durchschnitt beträgt die Therapiedauer einige Monate bis zu einem Jahr, wobei die Therapiesitzungen in Abständen von 1 bis 3 Wochen erfolgen. 


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